Nutzfahrzeugindustrie
Optimierung der Digital-Mockup-Prozesse
1. Ausgangssituation
Bei unserem Kunden sollten verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, um die Produktentwicklung und das Variantenmanagement zu optimieren.
2. Zielsetzung
Dabei wurden in vier Teilbereichen Verbesserungen angestrebt:
- Teilprojekt 1: Betrieb und Support der Methoden und Prozesse für das Projektreporting
- Teilprojekt 2: Weiterentwicklung der Methoden und Prozesse für die DMU-Absicherung und Freigabe
- Teilprojekt 3: Methoden und Systemanpassungen für die Varianzabsicherung und den Übergang von der Entwicklungs- in die Serienphase
- Teilprojekt 4: Qualitätsmanagement der Dokumentation vor Serienlauf
3. Lösung
Teilprojekt 1: Betrieb und Support der Methoden und Prozesse für das Projektreporting
Für das Status-Reporting der Projektsteuerung bei einem Nutzfahrzeughersteller wurden Daten aus den wesentlichen IT-Systemen der Produktentwicklung aufbereitet und aggregiert. Diese Berichte und Auswertungen dienten als Grundlage sowohl für die Arbeit der Konstruktion als auch der Entscheidungen des Managements. Sie wurden deshalb wöchentlich in einer standardisierten Form zur Verfügung gestellt.
Ergaben sich neue Fragestellungen aus der Projektbearbeitung, so waren die standardisierten Berichte in kurzer Zeit entsprechend anzupassen oder freie Datenbankabfragen auf Basis der aggregierten Daten durchzuführen.
Teilprojekt 2: Weiterentwicklung der Methoden und Prozesse für die DMU-Absicherung und Freigabe
Das Formalisieren und Absichern der Ergebnisse aus den Entwicklungsprojekten war die wesentliche Aufgabe der Dokumentation beim Kunden. Diese Aufgabe umfasste das Verwalten der Baubarkeitsregeln, die Pflege der Stücklistenstrukturen sowie den Aufbau der Lagevarianz.
Der Freigabeprüfung kam dabei eine wesentliche Rolle zur Qualitätssicherung der Produktbeschreibungsdaten zu. Um diesen Prüfprozess effizient zu gestalten, bedurfte es einer leistungsfähigen Unterstützung der Bearbeiter und Entscheider beim Zusammenstellen und Visualisieren von Informationen aus verschiedenen IT-Systemen der Produktentwicklung.
Die Projekte definierten den Absicherungsprozess sowie die IT-Landschaft zur Implementierung von Werkzeugen neu. Im Rahmen dieser Projekte war eine Konsolidierung und Weiterentwicklung der existierenden Prozesse und IT-Werkzeuge zur Komplexitätsbeherrschung notwendig.
Teilprojekt 3: Methoden und Systemanpassungen für die Varianzabsicherung und den Übergang von der Entwicklungs- in die Serienphase
Im begleiteten Entwicklungsprojekt waren die anstehenden Aufgaben das Vervollständigen der Baustellen- sowie die Vorbereitung des Serienanlaufs für die Fernverkehrs-Fahrzeuge.
Daraus resultierten die folgenden methodischen Aufgaben:
- Frühzeitige und effiziente Absicherung der Produktstrukturen bezüglich der Kriterien Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit durch automatisierte Tests
- Optimierung der Bearbeitungsprozesse für die Abarbeitung der gefundenen Handlungsbedarfe
Teilprojekt 4: Qualitätsmanagement der Dokumentation vor Serienlauf
Die formale Beschreibung der Kombinierbarkeit von Kundenfunktionen in den Baubarkeitstabellen des Stücklistensystems ist eines der wesentlichen Ergebnisse des Entwicklungsprozesses. Sie ist die Basis für die Bereitstellung einer großen Anzahl von kundenindividuellen Fahrzeugkonfigurationen mit einem sehr geringen Anteil an auftragsbezogenen Entwicklungsaufwänden.
Eine hohe Qualität der Baubarkeitsinformationen ist damit unabdingbar, sowohl für die Auftragsprozesse als auch für die auftragsunabhängige Absicherung der Produktinformationen in der Entwicklung. Dazu bedarf es im begleiteten Entwicklungsprojekt neuer methodischer Ansätze, welche die stark gestiegene Komplexität der Baubarkeitsregeln beherrschbar machen.
4. Ergebnis
Die Daten- und Prozessqualität war noch nie so hoch wie in den begleiteten Fahrzeugprojekten, sowohl in der Entwicklung, als auch im Werk, das von den entwickelten Methoden ebenfalls profitieren konnte.